Gebühren und Geld-Brief-Spanne: Was jeder Trade wirklich kostet
Bevor du eine Order aufgibst, rechne einmal nach: Eine gestiegene Prämie heißt noch nicht, dass der Trade Geld verdient hat, denn jeder Trade hat zwei sichtbare Kosten – die Gebühr und die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Beide stehen fest, sobald du die Position eröffnest; wie weit der Kurs laufen muss, bis du die Kosten wieder drin hast, hängt zuerst von ihnen ab.
Die Gebühr: 0,65 US-Dollar pro Kontrakt und Seite
Single Leg: Pro Kontrakt und Seite 0,65 US-Dollar. Kaufst du 1 Kontrakt zur Eröffnung, zahlst du 0,65 US-Dollar; schließt du ihn, zahlst du noch einmal 0,65 US-Dollar – hin und zurück also 1,30 US-Dollar.
Kombinationen: Vertikale Spreads und Iron Condors kosten 2,50 US-Dollar pro Leg und Kontrakt bei jeder Eröffnung oder Schließung. Die Eröffnung von 1 vertikalem Spread (2 Legs) kostet 5 US-Dollar, die Eröffnung von 1 Iron Condor (4 Legs) kostet 10 US-Dollar; beim Schließen gilt das Gleiche.
Tägliche Gebührenbremse bei 60 US-Dollar: Wenn die Gebühren eines Tages insgesamt 60 US-Dollar erreichen, kann an diesem Tag keine neue Position mehr eröffnet werden. Das ist das Disziplin-System, das arbeitet – kein Fehler.
Gewinn und Verlust immer netto nach Gebühren: Die Zahlen, die du im Trade-Protokoll und im Konto siehst, haben die Gebühren schon abgezogen.
Die Geld-Brief-Spanne: Kaufen zum Briefkurs, verkaufen zum Geldkurs
Wie ausgeführt wird: Käufe werden zum Briefkurs (Ask) ausgeführt, Verkäufe zum Geldkurs (Bid); der Mittelkurs ist nur der Mittelpunkt der beiden, kein Ausführungspreis.
Die Spanne ist ein Kostenpunkt: Noch vor den Gebühren kostet dich ein Hin und Zurück die Spanne. Ein Beispiel: Ein Strike mit einem Mittelkurs von 2,00 US-Dollar, einem Geldkurs von 1,80 US-Dollar und einem Briefkurs von 2,20 US-Dollar. Kaufst du 1 Kontrakt, kostet die Prämie 220 US-Dollar; verkaufst du ihn sofort wieder, bekommst du nur 180 US-Dollar zurück. Die Spanne nimmt 40 US-Dollar; dazu kommen 1,30 US-Dollar Gebühren für Hin und Zurück – der ganze Weg kostet also 41,30 US-Dollar.
Zuerst auf Spread% schauen: Jeder Call und Put in der Optionskette hat eine Spalte „Spread%“: die Spanne als Prozent des Mittelkurses, also (Briefkurs − Geldkurs) ÷ Mittelkurs. Alles über 20 % wird rot markiert. Je größer der Spread%, desto höher die Kosten für Hin und Zurück – schau dir diese Spalte vor dem Ordern an.
Strikes mit weiter Spanne: Weite Spannen heißen meist: wenig Liquidität. Strikes weit weg vom aktuellen Kurs und Strikes kurz vor Handelsschluss haben oft breitere Spannen.
So übst du das im Simulator
Vor dem Ordern auf Spread% schauen: Fang mit Strikes an, bei denen der Spread% klein ist, und lass die rot markierten über 20 % erst einmal liegen.
Fang mit 1 gekauftem Single-Leg-Kontrakt an: Die Kosten sind klar zu sehen – 1,30 US-Dollar Gebühren für Hin und Zurück, und die Kosten der Spanne stehen direkt in der Kette.
Rechne die Kosten in deinen Break-even ein: Das Ticket zeigt die Kosten für den Kauf von 1 Kontrakt (Prämie × 100 + 0,65 US-Dollar Gebühr) – schau vor dem Ordern einmal hin. Der Kaufpreis ist nicht der Break-even-Preis.
Behalte die Gebühren des Tages im Blick: Bei 60 US-Dollar ist der Tag für neue Eröffnungen vorbei; wenn du den Tag auswertest, schau zuerst auf die Kosten und dann auf die Richtung.
Dieser Simulator nutzt echte CBOE-Optionsketten mit etwa 15 Minuten Verzögerung, startet mit 10.000 US-Dollar virtuellem Kapital, berechnet 0,65 US-Dollar Gebühren pro Kontrakt und Seite und zeigt Gewinn und Verlust netto nach Gebühren; die Sicherheitsleistung für Verkäufe ist eine vereinfachte Rechnung mit 20 % des Ausübungspreises, keine echte Broker-Margin. Der Simulator dient dazu, Ordern, Disziplin und Auswertung zu üben – er ist keine Anlageberatung und verspricht keine Rendite.